Hoch hinauf

9. Tag, 27.6.2018

Möllbrücke – Salzkofelhütte

Eigentlich habe ich Bedenken, ob ich mir nicht etwas zu viel vorgenommen habe. Aber mutig gehen wir es an.

Steil geht es gleich bergan auf einem schmalen, bewachsenen Pfad. Johannes voran. Schon bald merken wir, dass wir die Tour verlassen haben und benötigen 15 Minuten um auf den richtigen Weg zurück zu finden. Weiter steil bergauf, denn auf 6 km sind 1250 Hm zu überwinden. Durch den Wald geht es stetig steil bergan. Gegen 12 Uhr Rast an einer verfallen Hütte, die etwas abseits des Weges liegt.

Gestärkt geht es dann weiter – auf dem falschen Weg. Nach einigen hundert Metern stellt sich uns die Frage: umkehren oder steil bergauf nach Kompass wieder auf den richtigen Weg? Wir entscheiden uns für die zweite Möglichkeit und ächzen und quälen uns durch den Wald den Hang hinauf. Dann endlich haben wir auf 1800 m Höhe  den steilen Aufstieg hinter uns, 6 km in 5 Stunden – aber geschafft.

Durch einen schönen Bergwald gibt es immer mal wieder tolle Ausblicke auf die Drau und den Millstäter See. Bergauf, bergab durch herrliche Wälder und  entlang von Hängen mit blühendem  Almenrausch geht’s zur 1987m hoch gelegenen Salzkofelhütte.

Eine kleine, feine alte Hütte, wo wir herzlich aufgenommen werden.

 

Leider gibt es hier kein Netz, um zu Hause anzurufen oder diesen Bericht ins Netz zu stellen. Aber der Hubschrauberlandeplatz für die Versorgung der Hütte ist nur 150 m entfernt und dort gibt es Netz.

Radio gibt es auf der Hütte und so erfahren wir, dass Deutschland gegen Südkorea 0:2 verliert.

6,5 Std., 12.5 km , 1560 Hm bergauf, 120 Hm bergab.

One thought on “Hoch hinauf”

  1. Im Gasthof Scherzer haben wir ein excellentes Frühstück bekommen. Sehr gespannt machen wir uns auf den Weg. Es sind wohl noch nicht so viele Wanderer unterwegs. Der Einstieg erinnerte mich eher an einen Dschungelweg. Oops schon nach wenigen Metern wähle ich den falschen Weg und georg flucht über etwas Blut durch einen Kratzer, den er sich auf dem Irrweg zugezogen hat. Mittags machen wir Rast an einer Alm. Ich bin überrascht, wie lange er mich futtern lässt ohne zum weiterwandern zu drängen. Gestärkt setzen wir die Wanderung fort, quatschen über wanderausrüstung und verfehlen den richtigen Weg. Dadurch nehmen wir den direkten Weg bergauf. Super steil. Ich scherze: „Dies ist doch eine gute Abkürzung“. Ich gehe vor und sage Georg, dass ich vor gehe, aber in Rufweite bleibe. Mein Ehrgeiz packt mich. Bald sehe ich keinen Georg mehr. Einmal verliere ich fast das Gleichgewicht und drohe den Hang zurückzurutschen. Oben angekommen fragt mich Georg: „was hättest du gemacht, wenn ich nicht angekommen wäre“. Ich sage, dass ich dann zurück gegangen wäre. Er meint, dass er allein umgekehrt wäre. Bestimmt eine gute Einstellung. Zumal er ja viel allein geht.
    Georg ist sehr ausdauernd und bevorzugt kurze Essenpausen, während ich ganz gerne gemütlich esse und rumtrödele. Er übt sich in Geduld und lässt sich von mir mit Studentfutter locken. Er nutzt das wandern zum abnehmen. Mit mir wird das schwierig. Ich verführe ihn mit Äpfel und Banane. So kann ich die Pausen verlängern. 1800 m hoch gehen ist schon eine Herausforderung. Wir kommen mächtig ins schwitzen. Wir verbrauchen mehr Wasser als gedacht und Gebirgsbäche gibt es erst auch keine. Berghoch fällt es mir aufgrund meiner fehlenden Speicherreserven leichter. Doch als es dann weniger steil bergauf geht, kommen Georgs Beine in Schwung. Ich komme kaum hinterher. Ich überlege, ob er längere Beine hat. Über die Wohltaten des Alkohol freien Weizenbier hatten wir uns schon ausgetauscht und georg hatte auf der Salzkofeler Hütte schon ein Bier mit bestellt. Die Hütte ist recht gemütlich. Die Suppe im kleinen Gastraum wärmt uns gut auf. Netz gibt es auf dem Hubschrauber Landeplatz für georg (D1-Netz). Mit vodafone (D2) gehe ich leider leer aus. Nach dem Abendessen fallen wir müde ins Bett.

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